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5-Tagestour Hochgolling

5-Tagestour Hochgolling
30
Dez

Die Tour zum Hochgolling ist Teil des Schladminger-Tauern-Höhenweges, eine der schönsten Wandertouren im Alpenraum.

Für Bergliebhaber ist die Tour ein absolutes Highlight mit vielen geologischen Besonderheiten und einer enormen landschaftlichen Vielfalt.

Schwere 5-Tagestour

Schladming ist Ausgangspunkt unserer mehrtägigen Wanderung. Wir fahren zum Gasthof Tetter im Rohrmooser Untertal, wo wir ein Auto parken. Hier wird unsere Tour enden. Weiter geht es mit dem zweiten Auto ins Obertal zur Eschachalm.

Gebiet: Schladminger Tauern (Stmk.)
Strecke: 38 Kilometer
Aufstieg: 3.532 m
Abstieg: 3.702 m
Dauer: 5 Tage

1. Tag: Aufstieg zur Fahrlechhütte

9 Bilder

  • Strecke: 2 Kilometer
  • Höhenmeter: 473 HM Aufstieg, 38 HM Abstieg
  • Tourdauer: 1 Std 20 Min Gehzeit, 1 Std 45 Min inkl. Pausen
  • Rohrmooser Obertal (Eschachalm) – Fahrlechhütte (Duisitzkarsee)

Am Parkplatz bei der Eschachalm (1.213 m) werden sofort unsere Rucksäcke geschultert und wir beginnen mit dem Anstieg zum Duisitzkarsee. Der Weg Nr. 775 führt uns nach steilem Aufstieg direkt zum See und zur Fahrlechhütte (1.648 m, 1 Std 20 Min), wo wir heute im Lager nächtigen.

2. Tag: Weiter zur Landawirseehütte

24 Bilder

  • Strecke: 9 Kilometer
  • Höhenmeter: 871 HM Aufstieg, 534 HM Abstieg
  • Tourdauer: 5 Std 15 Min Gehzeit, 7 Std 30 Min inkl. Pausen
  • Verlauf: Fahrlechhütte – Keinprechthütte – Trockenbrotscharte – Landawirseehütte

Für das Frühstück lassen wir uns ausgiebig Zeit und gehen anschließend bei herrlichem Wetter den Steig über das äußere und innere Stierkar zur Neualm (1.618 m, 1 Std 40 Min). Ein perfekter Platz für die erste Rast. Doch plötzlich trauen wir unseren Augen nicht. Es marschiert ein Nackt-Wanderer vorbei. Was man alles so erlebt beim Wandern :-).

Unser nächstes Ziel ist die Keinprechthütte (1.872 m), welche wir über das Neualmkar erreichen (50 Min). Hier wird zu Mittag gegessen. Anschließend folgen wir dem Weg Nr. 702 durch ein großes Kar bis zu einer Weggabelung und hier weiter auf dem Weg Nr. 702 entlang der sogenannten Zirbenböden mit einem zuletzt recht steilen Anstieg zur Trockenbrotscharte (2.237 m, 2 Std).

Von hier hat man einen herrlichen Blick zum Hochgolling. Ebenfalls im Blickfeld ist unser heutiges Tagesziel, die Landawirseehütte (1.985 m), welche wir nach kurzem Abstieg erreichen (45 Min). Im nahegelegenen Landawirsee gibt es noch ein erfrischendes Bad, bevor wir den Abend auf der Hütte ausklingen lassen.


3. Tag: Der Hochgolling wird erklommen

30 Bilder

  • Strecke: 8 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.044 HM Aufstieg, 1.388 HM Abstieg
  • Tourdauer: 6 Std 20 Min Gehzeit, 7 Std 55 Min inkl. Pausen
  • Verlauf: Landawirseehütte – Gollingscharte – Hochgolling – Gollinghütte

Heute stehen wir etwas früher auf. Es soll der Hochgolling, der höchste Berg der Niederen Tauern bestiegen werden. Doch als wir vor die Hütte treten, werden wir lediglich von Nebelwolken begrüßt. Nichts ist zu sehen. Innerlich haben wir daher schon den Gipfelsieg gestrichen. Trotzdem machen wir uns zügig auf den Weg und gehen am Hüttenzufahrtsweg (Normalweg) bis zum inneren Göriachwinkel. Je weiter wir kommen, lichtet sich die Nebelwand und der Blick zum Hochgolling wird frei.

Vom Göriachwinkel windet sich ein Steig in vielen Serpentinen nach oben zur Gollingscharte (2.326 m, 1 Std 50 Min). Zum letzten Stück der Scharte muss ein steiles Geröllfeld überwunden werden. Oben angelangt, ist uns das Wetter soweit wohl gesonnen, dass wir tatsächlich den Aufstieg wagen können. Unsere Rucksäcke lassen wir bei der Scharte zurück, da fällt der Aufstieg gleich um vieles leichter.

Wir wählen bergauf den schwierigeren Nord-West-Grat. Kurz vor dem Gipfel wechseln wir aber zum Normalweg, da sich die Wolken wieder verdichten und wir rascher aufsteigen wollen. Am Hochgolling (2.862 m) angelangt, werden wir mit einer tollen Aussicht Richtung Dachstein belohnt. Von der anderen Seite verdichten sich aber die Wolken. Deswegen bleiben wir nicht lange und beeilen uns mit dem Abstieg. Für Auf- und Abstieg benötigen wir 2,5 Stunden.

Von der Gollingscharte geht es weiter über ein Geröllfeld in vielen Serpentinen abwärts, bis wir einen ganz ebenen Almboden erreichen, den Gollingwinkel, einem imposanten Talabschluss. Von hier erreichen wir in kurzer Zeit die Gollinghütte (1.641 m, 2 Std), gerade noch rechtzeitig, bevor es intensiv zu regnen beginnt.


4. Tag: Greifenberg und Klafferkessel

36 Bilder

  • Strecke: 8 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.024 HM Aufstieg, 1.008 HM Abstieg
  • Tourdauer: 6 Std 5 Min Gehzeit, 8 Std 15 Min inkl. Pausen
  • Verlauf: Gollinghütte – Greifenberg – Klafferkessel – Preinthalerhütte

Bereits in der Nacht hat es aufgehört zu regnen. So können wir bei gutem Wetter los starten. Unmittelbar nach der Gollinghütte überqueren wir den Steinriesenbach. In vielen großen Serpentinen führt der Weg Nr. 702 stets ansteigend auf den Greifenberg. Nach langem Aufstieg, erreichen wir in ca. 2.400 m eine Anhöhe. Vor uns liegt in einer kleinen Senke der Greifenbergsee. Leider trüben hochziehende Nebelwolken die Fernsicht. Zusätzlich bläst ein kalter Wind. So halten wir uns nicht lange auf und wandern die letzten 150 bis 200 Höhenmeter über Geröll und Blocksteinen direkt zum Gipfel des Greifenbergs (2.618 m, 2 Std 50 Min).

Nach ausgiebiger Rast beim Gipfelkreuz verbessert sich teilweise die Sicht, so haben wir einen guten Blick auf die Klafferkessel, mit den vielen Seen und Lacken. Vom Greifenberg führt ein steiler alpiner Steig teilweise mit Seilen versichert abwärts zur oberen Klafferscharte. Nun verläuft der Steig über Geröllfelder abwärts, bis ein fast ebener Boden erreicht wird, das eigentliche Herzstück, der Klafferkessel. Glücklicherweise hat sich das Wetter zwischenzeitlich verbessert und wir genießen die schöne Berglandschaft.

Stets leicht steigend und fallend windet sich der Weg vorbei an unzähligen größeren und kleineren Seen und Lacken bis zur unteren Klafferscharte. Von hier führt der Steig in großen Schleifen abwärts zum äußeren Lämmerkar. Nach dem Überqueren des Waldhornbaches folgt der Weg entlang grüner Bergwiesen, bis wir die Preintalerhütte erreichen (1.657 m, 3 Std 15 Min).


5. Tag: Abstieg ins Rohrmooser Untertal

20 Bilder

  • Strecke: 11 Kilometer
  • Höhenmeter: 120 HM Aufstieg, 734 HM Abstieg
  • Tourdauer: 3 Std 30 Min Gehzeit, 4 Std inkl. Pausen
  • Verlauf: Preintalerhütte – Riesachsee – Alpinsteig Höll – Riesachwasserfälle – Gasthof Tetter (Rohrmooser Untertal)

Nach einer überraschend ruhigen Nacht im Bettenlager mit ca. 40 (!) weiteren Bergkameraden und einem guten Bergfrühstück (Kaffee und Marmeladebrot) beginnt unser letzter Abstieg. Von der Preintalerhütte gehen wir auf gemütlichem Weg bei schönem Wetter bergab bis zum Riesachsee (1.338 0, 1 Std 30 Min).

Dort gönnen wir uns eine kurze Rast bevor wir bei der Oberen Gfölleralm in den Alpinsteig „Höll“ einsteigen. Der Steig führt entlang des Riesachbaches über viele Treppen und Leitern bergab. Highlights sind eine 46 Meter lange Hängebrücke, welche sich 35 Meter über der Bachschlucht befindet sowie ein direkter Blick auf den großen Riesachwasserfall, dem größten Wasserfall der Steiermark. Den Steig verlassen wir beim Parkplatz zum Gasthaus Riesachfall.

Das letzte Stück wandern wir auf der Straße im Rohrmooser Untertal talauswärts, bis wir zum Gasthaus Tetter (1.043 m) gelangen, wo unser Auto parkt (2 Std).


Karte

Maximale Höhe: 2853 m
Minimale Höhe: 1048 m
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Kommentare

  • 11. Mai 2016

    Hallo Nadine!

    Wir waren Ende August/Anfang September unterwegs. In so hohen Lagen rufe ich immer vorher bei den Hüttenwirten an und frage ab, wie die Lage vorort ist. Dann sind die Überraschungen geringer.

    LG Harald

  • Nadine
    11. Mai 2016

    Hallo Harald, wann seid ihr rauf?

    Wollte letztes Jahr schon rauf, musste aber umkehren da es total vereist und verschneit war.

    LG Nadine

  • 31. August 2009

    Hallo Peter!

    Ich freue mich immer über ein positives Kommentar :-)

    Vielen Dank, Harald

  • 29. August 2009

    Servus Harald!

    Spitzenmäßige Artikel, unterhaltsam und sehr kompetent.

    Viele Grüße aus Rohrmoos Untertal,
    Peter

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