Die Überschreitung der Nagelfluhkette vom Mittaggipfel bis zum Hochgrat ist wohl die schönste Tour in den Allgäuer Alpen. Wir wandern über acht Gipfel und steigen anschließend zum Staufner Haus ab.

Damit wir an die gestrige Etappe anschließen können, müssten wir zurück nach Gunzesried und von dort direkt zum Steineberg aufsteigen. Wir entscheiden uns jedoch für eine komplette Überschreitung der Nagelfluhkette und fahren daher mit den Eltern von Bad Hindelang zum südlichen Stadtrand von Immenstadt. Dort führt eine Seilbahn hinauf zum Mittagberg. Der Mittag ist der östlichste Startpunkt in den Naturpark Nagelfluhkette. Er hat hat den Namen, weil genau um die Mittagszeit die Sonne über dem Gipfel steht.

Die Fahrt mit der längsten Sesselbahn Bayerns dauert ca. 30 Minuten. Oben beim Mittaggipfel angekommen, wird gerade für eine Bergmesse hergerichtet. Meine Eltern bleiben und besuchen die Messe. Wir machen uns rasch fertig für den Abmarsch, da es heute noch ein langer Tag wird.

Die herrliche Grat- und Höhenwanderung zu den Bergen der Nagelfluhkette fasziniert uns gleich von Beginn an. Auf den Almwiesen gedeihen zahlreiche Vertreter der Blumenwelt und auf der ganzen Wanderung werden wir von Schmetterlingen begleitet. Der Pfad führt uns von einem Gipfel zum anderen. So kommen wir zu den Gipfelkreuzen vom Steineberg, Stuiben, Sedererstuiben, Buralpkopf, Gündleskopf, Rindalphorn und schließlich am späten Nachmittag zum Hochgrat. Durch das ständige Auf und Ab sind viele Höhenmeter zu bewältigen. Mehr als entschädigt werden wir durch den aussichtsreichen Wegverlauf. Wir haben die ganze Zeit einen traumhaften Panoramablick in die Allgäuer sowie auf die Österreichischen und Schweizer Hochalpen. Bis auf einige steile Auf- und Abstiege sowie ein paar Stellen, die mit Seilen gesichert sind, ist der gesamte Weg gemütlich zu gehen.

Gut, dass wir eine Wanderverpflegung für die heutige Tour mitgenommen haben, die verputzen wir unterwegs mit Genuss. Eine Einkehrmöglichkeit gibt es nur zu Beginn bei der Bergstation beim Mittagberg. Obwohl wir bereits wieder etwas Hunger haben, als wir beim Hochgrat ankommen, setzten wir uns zum Gipfelkreuz und halten etwas inne. Von hier ist der Bodensee zu sehen. Jetzt wird mir langsam bewusst, dass bald das Ende meiner langen Wanderschaft erreicht sein wird. Mit etwas Wehmut aber tiefen Zufriedenheit sitze ich hier in der wunderschönen Berglandschaft und freue mich, dass ich diesen Moment mit Martina teilen kann.

Gemeinsam spazieren wir hinunter zum gemütlichen Staufner Haus. Der Rehbraten und der anschließende Kaiserschmarrn mit Rumzwetschken schmeckt uns ausgezeichnet. Bei dem einen oder anderen Radler genießen wir den schönen Sonnenuntergang.

Die Tour im Überblick

Tourverlauf: Mit der Seilbahn von Immenstadt zum Mittag-Gipfel (1.451 m) – Steineberg (1.683 m) – Stuiben (1.749 m) – Sedererstuiben (1.737 m) – Buralpkopf (1.772 m) – Gündleskopf (1.748 m) – Rindalphorn (1.821 m) – Hochgrat (1.834 m) – Staufner Haus (1.614 m)

  • Mittlere Tour
  • 16 Kilometer
  • 7 Std 30 Min Gehzeit
  • 8 Std 15 Min gesamt inkl. Pausen
  • Aufstieg: 1.380 m
  • Abstieg: 1.172 m
  • Höchster Punkt:
    Hochgrat (1.834 m)
  • Niedrigster Punkt:
    Mittag (1.451 m)
  • Wetter: sonnig, 25 Grad
  • Mitgewandert: Martina
Maximale Höhe: 1833 m
Minimale Höhe: 1405 m
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